Marketplace-Apps für Atlassian-Produkte lösen viele Probleme und Anforderungen schnell und zuverlässig. Doch nicht jedes Problem ist ein Standardproblem. In der Praxis passen Teams ihre Prozesse oft an vorhandene Apps an, statt Lösungen zu nutzen, die wirklich zu ihrer Arbeitsweise passen.
Die folgenden sieben Anzeichen deuten darauf hin, dass eine individuelle Forge-App für Ihre Anforderungen die bessere Wahl sein könnte.
1. Sie verbiegen Ihren Prozess, damit er zur App passt
„So funktioniert die App nun mal.” – Fallen Sätze wie dieser in Ihrem Team immer mal wieder? Das deutet darauf hin, dass ein Mismatch vorliegt: Die eingesetzte App mag die größtmögliche auf dem Marketplace verfügbare Annäherung an Ihre Prozesse sein, aber letztlich müssen Sie Ihre Arbeitsweise teils an die Software anpassen. Marketplace-Apps werden für typische Anwendungsfälle entwickelt; sie sollen eine Nachfrage bedienen. Sobald Ihre Prozesse spezifischer werden, werden Kompromisse nötig oder entstehen ineffiziente Workarounds. Eine Forge-App bildet dagegen genau den Prozess ab, den Sie tatsächlich benötigen.
Beispiel: Ein Incident-Prozess verlangt eigentlich, dass ein Ticket automatisch zwischen mehreren Teams wechselt – abhängig davon, welche Analyseergebnisse vorliegen. Die eingesetzte App kennt jedoch nur lineare Workflows. Das Team dokumentiert Zwischenschritte deshalb in Kommentaren und Labels mit der Folge, dass der tatsächliche Status eines Incidents oft unklar ist.
2. Sie kombinieren mehrere Apps für ein einziges Problem
In manchen Teams ist das folgende Muster zu beobachten: Um einen durchgängigen Workflow abzubilden, kommen mehrere Apps zum Einsatz – manchmal noch ergänzt durch Automatisierungsregeln und manuelle Schritte. Das führt zu hoher Komplexität, steigert den Aufwand für die Pflege und erhöht die Anfälligkeit für Fehler. Eine maßgeschneiderte Forge-App kann die erforderliche Logik bündeln und in eine konsistente Lösung überführen.
Beispiel: Ein Change-Management-Prozess erfordert, dass Genehmigungen eingeholt, Risikobewertungen dokumentiert und Benachrichtigungen an betroffene Teams verschickt werden. Dafür kommen eine Approval-App, ein Formular-Plugin und native Automations zum Einsatz, die aber nicht zuverlässig miteinander kommunizieren. Bei Updates einer App brechen regelmäßig Teile des Workflows und niemand hat mehr den vollständigen Überblick.
3. Sie brauchen eine enge Integration mit internen Systemen
Viele Marketplace-Apps bieten wunderbare Integrationen für gängige Tools. Wenn es jedoch darum geht, Softwarelösungen jenseits des Standards zu integrieren, endet die Suche auf dem Marketplace oft ohne Ergebnis. Um ein ERP-System, eine interne Datenbank oder eine Legacy-Anwendung anzubinden, wird in der Regel eine individuelle Lösung nötig. Wenn Ihr Prozess auf einen zuverlässigen bidirektionalen Datenaustausch angewiesen ist, können Sie mit Forge genau die Schnittstellen bauen, die Sie brauchen – inklusive Validierung und sauberem Fehlerhandling. Mit Egress Allowlists können Sie genau die Systeme anbinden, die Sie benötigen.
Beispiel: Bei der Erstellung eines Jira-Tickets sollen automatisch Kundendaten aus einem internen System geladen werden. Die vorhandene Integration liefert zwar Daten, allerdings ohne Validierung. Das führt dazu, dass fehlerhafte oder veraltete Daten übernommen werden und später zu falschen Entscheidungen im Prozess führen.
4. Compliance und Datenhaltung sind nicht verhandelbar
Ist Ihre Organisation in einem stark regulierten Umfeld tätig? Dann spielen Sicherheits- und Datenschutzaspekte eine besonders gewichtige Rolle – und angesichts höchster Compliance-Anforderungen reichen Standardlösungen häufig nicht aus. Wo werden welche Daten verarbeitet? Wer hat Zugriff? Können interne Richtlinien technisch durchgesetzt werden? Solche Fragen sind für regulierte Unternehmen kritisch. Forge verleiht Ihnen mehr Kontrolle und eröffnet mehr Optionen, um Ihre Lösung gezielt an die gegebenen Compliance-Anforderungen anzupassen.
Beispiel: Ihr Unternehmen muss revisionssicher nachweisen können, wer wann welche Entscheidung getroffen hat. Die eingesetzte App speichert Änderungen jedoch nicht vollständig oder nachvollziehbar genug und erfüllt damit wichtige Audit-Anforderungen nicht.
5. Ihr Use Case erfordert eine maßgeschneiderte Benutzeroberfläche
Viele Marketplace-Apps bringen solide Standard-UIs mit. Doch die Oberflächen stoßen schnell an Grenzen, wenn manche Use Cases und/oder Nutzergruppen geführte Prozesse, spezifische Eingabelogiken oder individuelle Dashboards nötig sind. Forge ermöglicht es Ihnen, genau die Interaktion zu gestalten, die Ihr Anwendungsfall erfordert – direkt in Jira oder Confluence integriert.
Beispiel: Ein Fachbereich muss komplexe Investitionsanträge erfassen, bei denen sich Eingabefelder – abhängig von Budget, Region und Projektart – dynamisch verändern. Die vorhandene App zeigt jedoch immer sämtliche Felder an, was zu Fehleingaben und hohem Bearbeitungsaufwand führt.
6. Ihre Logik ist zu spezifisch für reine Konfiguration
Konfiguration kann viel leisten – aber nicht alles. Sobald Ihre Anforderungen eine komplexe Entscheidungslogik, abhängige Regeln oder domänenspezifische Abläufe umfassen, wird die Konfiguration schnell unübersichtlich oder unzureichend. Eine Forge-App erlaubt es, diese Logik klar, nachvollziehbar und wartbar umzusetzen.
Beispiel: Tickets sollen je nach Kombination aus Region, Produkttyp und Risikoklasse unterschiedlich eskaliert werden. Die nötige Logik lässt sich mit Bordmitteln nur über verschachtelte Automations abbilden und wird schnell unwartbar.
7. Sie denken strategisch – nicht nur kurzfristig
Marketplace-Apps liefern schnelle Ergebnisse: Sie installieren die Anwendung, konfigurieren die Feinheiten und können loslegen. Gleichzeitig entstehen neue Abhängigkeiten, etwa von der Roadmap des Anbieters, von Preisentwicklungen, von funktionalen Einschränkungen. Wenn ein Anwendungsfall geschäftskritisch ist, kann das zum Risiko werden. Mit einer Forge-App behalten Sie jederzeit die Kontrolle über die Funktionalitäten, die Weiterentwicklung und die Integration in Ihre Systemlandschaft.
Beispiel: Ein zentraler Workflow basiert auf einer App, deren Lizenzkosten drastisch steigen oder deren Weiterentwicklung stagniert. Ein Wechsel ist aufwendig, da Ihre Prozesse stark an die App gebunden sind.
Fazit
Marketplace-Apps sind zentrale Bestandteile des Atlassian-Ökosystems und für zahlreiche Use Cases die richtigen Lösungen. Doch je spezifischer, integrierter oder kritischer ein Anwendungsfall wird, desto deutlicher werden ihre Grenzen.
Dann stellt sich nicht mehr die Frage: „Welche App passt am besten?” Vielmehr muss das Vorhaben lauten: „Wir sollten genau das bauen, was wir wirklich brauchen.” Atlassians Entwicklungsplattform Forge bietet die Grundlage dafür – sicher, skalierbar und nahtlos in die Atlassian-Plattform integriert.
Unsere erfahrenen Atlassian-Spezialisten unterstützen Sie bei der Planung und Umsetzung Ihrer passgenauen Forge-Lösung. Lassen Sie uns über Ihre Anforderungen sprechen: Melden Sie sich per E-Mail oder vereinbaren Sie direkt einen Remote-Termin mit unserem Team!