Fast alles, was mein KI-Agent mir gibt, ist Text. Absätze, eine Aufzählung, manchmal eine Tabelle. Für eine kurze Frage reicht das. Für einen Speiseplan, eine Vertragsfrist oder eine Sales-Pipeline brauche ich viel Platz und viel Zeit, weil ich am Ende eine Beschreibung von etwas lese, das ich auch direkt hätte ansehen können.
Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch: MCP Apps: Lunch, Contracts and Sales Pipelines Inside My AI Agent.
Mike Cannon-Brookes hat das Problem benannt
Mike Cannon-Brookes, einer der Gründer von Atlassian, hat kürzlich gesagt, vor 40 Jahren hätten wir im Terminal gearbeitet, und jetzt seien wir mit unseren Agenten wieder im Terminal. Er glaubt nicht, dass das so bleiben kann.
Ich verstehe, was er meint. Eine Vertragsfrist ist im Terminal eine Zeile Text. Ich will sie neben den anderen Fristen sehen.
Was MCP Apps sind
MCP steht für Model Context Protocol, einen offenen Standard, mit dem ein KI-Agent fremde Werkzeuge und Systeme aufruft. Mein Agent ist SeibertGPT im Weldall Client, unserer Desktop-App, und beide Demos unten laufen dort.
Ein MCP-Server hat meinem Agenten bisher Text geliefert. Mit MCP Apps kommt eine HTML-Oberfläche dazu, und der Agent zeigt sie im Chat an. Ich öffne sie wie eine Website, und das ist sie auch: HTML-Elemente in meinem Agentenfenster. Ich klicke darin herum und kann gleichzeitig weiter mit dem Agenten schreiben. Der Agent weiß weiterhin, um welche Mahlzeit oder welchen Vertrag es gerade geht. Die Textantworten bleiben stehen, die App sitzt daneben.
Video 1: Was gibt es zu Mittag?
Die Videos sind auf Englisch, die Oberfläche ist deutsch.

Ich frage meinen Agenten, was es zu Mittag gibt. Die App dahinter hat mein Kollege Michael gebaut, indem er sie einer KI beschrieben hat, statt den Code selbst zu schreiben, und er betreibt sie. Der Agent ruft sie auf, und der Speiseplan erscheint im Chat.
Ich sehe die Gerichte der nächsten Tage mit Bildern und Preisen und dazu, wo ich angemeldet bin. Unsere Kantine war an dem Tag geschlossen, deshalb gab es Pizza. Käme das Essen aus unserer eigenen Kantine, könnte ich es mir einpacken oder warm stellen lassen, weil ich später komme. Ich könnte es auch an eine Kollegin weitergeben.
Vieles davon ging mit einem KI-Agenten schon vorher. Neu ist für mich, dass eine Website in meinen Agenten kommt und ich darin arbeiten kann, während ich weiter mit ihm rede.

Video 2: Der Weldall Client
Das zweite Video ist das, das ich einem Kunden zeigen würde. Ich lade den Weldall Client von gpt.seibert.ai herunter, installiere ihn, melde mich an und bestätige. Unter Verbindungen kann ich Jira, Confluence, Gmail, Outlook, HubSpot und SharePoint anbinden. Für die Demo verbinde ich den Demo-Workspace, in dem die Beispieldaten einer erfundenen Firma liegen. Ich stelle meine Fragen auf Englisch, die Demo-Oberfläche ist deutsch, deshalb sind es die Screenshots unten auch.
Im Video passieren drei Dinge.
Ein Vertragsradar, das die Fristen zeigt. Ich öffne einen Vertrag und frage, was als Nächstes zu tun ist. Der Agent holt weitere Informationen zu diesem Vertrag und schlägt die nächsten Schritte vor.


Die Sales-Pipeline. Sie kommt als Funnel. Ich filtere nach Mitarbeitenden, vergleiche die Pipeline einer Person mit der des ganzen Teams und gehe in einzelne Opportunities hinein. Danach bitte ich den Agenten, einen Termin mit dem Kunden zu machen, der Sägewerk Fichtelhain GmbH, einem erfundenen Sägewerk aus den Demodaten. Er arbeitet aus demselben Kontext.


Die Ticketliste. Zehn offene Tickets. Bei einem droht die SLA zu reißen, also die Antwortzeit, die wir dem Kunden zugesagt haben, und die App hebt es hervor, bevor ich danach suche.

Alles in der Demo sind Beispieldaten, auch die Pipeline-Zahlen.
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Wer was sehen darf
Die Systeme und die Skills hinter diesen Apps, also die Werkzeuge und Automatisierungen, die der Agent aufruft, laufen mit den Rechten der jeweiligen Nutzerin oder des jeweiligen Nutzers. Die IT entscheidet, was ich sehe, und der Agent bleibt in diesen Grenzen. SeibertGPT ist DSGVO-konform. Viele unserer Kunden sind europäische Unternehmen, deshalb ist uns das wichtig.
Selbst ausprobieren
Die Lunch-App ist intern. Den Weldall Client könnt ihr selbst unter gpt.seibert.ai ausprobieren. Mehr zu Weldall steht unter weldall.seibert.group/de.
Wer den größeren Zusammenhang sucht: Ich habe über KI bei Seibert und den AI Innovation Hub geschrieben und darüber, wie wir selbst gehostete KI-Agenten gemessen haben.
Ich habe diese Woche gern mein Mittagessen über den Agenten bestellt. Deshalb habe ich die Videos aufgenommen.





