Manche Lebenswege lassen sich nicht in klare Kategorien einordnen: Wissenschaft oder Glaube – Tradition oder Fortschritt – Theorie oder Praxis. Mary Kenneth Keller hat all diese Grenzen leise ignoriert. Und genau deshalb ist sie für die Geschichte der Informatik so bedeutend.
Mit unserer Women in Tech Night richten wir den Blick auf Frauen, die Technologie prägen – damals wie heute, von Ada Lovelace über Grace Hopper bis Hedy Lamarr. Mary Kenneth Keller reiht sich in diese Linie ein. Wenn wir heute darüber sprechen, wie wir Technologie zugänglich machen, über Bildung, künstliche Intelligenz und digitale Teilhabe, dann lohnt sich ein Blick zurück. Schau dir eine Frau an, die diese Themen bereits bewegte, als Computer noch ganze Räume füllten.
Eine Ordensschwester im Maschinenraum der Informatik
Mary Kenneth Keller war katholische Ordensschwester und zugleich eine der prägendsten Figuren der frühen Informatik. 1965 erlangte sie als erste Frau in den USA einen Doktortitel in diesem Fach. In einer Zeit, in der Frauen in technischen Disziplinen kaum sichtbar waren, betrat sie nicht nur akademisches Neuland. Sie eroberte auch Räume, die bis dahin fast nur Männern vorbehalten waren.
Sie studierte Mathematik und Physik und arbeitete am Informatikzentrum des Dartmouth College – als erste Frau, die dort überhaupt zugelassen wurde. Alte Großrechner, Lochkarten, endlose Rechenprozesse: Eine Umgebung, die auf viele wenig einladend wirkte, war für Mary Kenneth Keller ein Versprechen für die Zukunft.

Foto: eine Lochkarte, generiert mit KI
Programmieren als Werkzeug für alle
Was sie uns hinterlassen hat? Sie kämpfte dafür, dass mehr Menschen lernen, wie man programmiert. In den 1960er-Jahren war Mary Kenneth Keller am Dartmouth College tätig, genau in jener Phase, in der dort die Programmiersprache BASIC entstand. Die dahinterliegende Vision war revolutionär: Programmieren sollte nicht elitär bleiben. Es sollte verständlich sein, zugänglich und lernbar, auch für Menschen ohne technischen Hintergrund.
Mary Kenneth Keller verstand Informatik als Werkzeug zur Selbstermächtigung. Wenn du programmieren kannst, verstehst du Systeme. Und wenn du Systeme verstehst, kannst du sie aktiv mitgestalten. Dieser Gedanke prägt uns bei der Seibert Group bis heute, wenn wir über digitale Bildung, Low-Code-Ansätze und technologische Teilhabe sprechen.
Eine frühe Vision von künstlicher Intelligenz
Schon in den 1960er-Jahren sprach Mary Kenneth Keller von einer kommenden Informationsflut. Sie erkannte: Daten allein haben keinen Wert, wenn wir sie nicht zugänglich machen. Und sie dachte weiter: Computer könnten nicht nur rechnen, sondern unsere Denkprozesse abbilden und uns unterstützen.
Was für dich heute selbstverständlich klingt, war damals absolut visionär. Technologie war für sie mehr als ein Werkzeug: Sie verändert, wie wir gemeinsam lernen, arbeiten und leben.
Rollenbilder leise hinterfragt
Als Ordensschwester und Spitzen-Informatikerin stellte sie gängige Vorstellungen infrage, ohne sie je zum großen Thema zu machen. Ihr Lebensweg zeigt uns, wie künstlich viele Zuschreibungen sind. Glaube und Technologie schließen sich nicht aus – Tradition und Innovation ebenfalls nicht.
Ihre Haltung wirkt bis heute nach: Das spüren wir jedes Mal, wenn wir darüber diskutieren, wer Technik gestalten darf und wenn wir erkennen, dass Neugier wichtiger ist als starre Regeln.
Bildung als nachhaltiges Vermächtnis
Nach ihrer Promotion baute Mary Kenneth Keller den Fachbereich Informatik an der Clarke University auf und leitete ihn über zwei Jahrzehnte. Sie wollte nicht nur nebenbei lehren, sondern Wissen teilen, Menschen befähigen und neue Perspektiven eröffnen.
Ihr Verständnis von Informatik war klar: Technologie entfaltet ihren Wert erst dann, wenn sie vielen Menschen zur Verfügung steht.
„Information is of no use unless it’s available.” Sister Mary Kenneth Keller
Warum ihre Geschichte heute für dich relevant ist
Mary Kenneth Keller starb 1985, aber ihre Ideen sind geblieben: In Programmiersprachen, die Menschen verstehen. In Bildungskonzepten, die Teilhabe ermöglichen. Und in der Frage, wie wir Technologie verantwortungsvoll gestalten wollen. Sie erinnert uns daran, dass Fortschritt oft dort entsteht, wo jemand bereit ist, bestehende Grenzen einfach zu ignorieren.
Women in Tech Night 2026: Deine Bühne für neue Perspektiven
Möchtest du auch Grenzen sprengen und die Tech-Welt mitgestalten? Am 19. März 2026 lädt die Seibert Group GmbH zur fünften Women in Tech Night nach Wiesbaden ein – ein Abend für Austausch, Inspiration und echte Begegnungen auf Augenhöhe.
Tickets: Der Ticketshop ist geöffnet. Die Teilnahme ist für dich kostenlos!
Aktuell sind alle Vor-Ort-Tickets leider schon vergriffen. Du hast jedoch die Möglichkeit, dich entweder auf die Warteliste zu setzen oder dir ein Online-Ticket zu sichern. Bitte gehe dazu auf unsere Event-Seite:
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