Der 9. Dezember ist ein besonderer Tag in der Geschichte der Informatik. An diesem Datum wurde 1906 eine Frau geboren, die bis heute als eine der prägendsten Stimmen der Computerwelt gilt: Grace Brewster Murray Hopper. Stell dir die technische Landschaft der vierziger und fünfziger Jahre vor: Riesige Rechenmaschinen, Kabelbündel, blinkende Anzeigen. Das war eine Welt, die eher nach Forschungslabor als nach Zukunft klang. Und mittendrin eine Mathematikerin, die konsequent fragte, warum Computer eigentlich nicht einfacher funktionieren könnten. Warum Maschinen nicht so gebaut werden, dass Menschen sie intuitiv nutzen können. Warum Fortschritt nicht zugleich Verständlichkeit bedeuten darf. Grace Hopper war Offizierin der US Navy, Professorin, Programmierpionierin – und vor allem jemand, der Komplexität nicht einfach hinnahm. Sie wollte sie knacken.

Grace Murray Hopper an der UNIVAC-Tastatur Foto: https://commons.wikimedia.org/
Vom Maschinenraum zur Idee, die Softwareentwicklung veränderte
Als Grace nach dem Zweiten Weltkrieg an den ersten elektronischen Rechnern arbeitete, galt Programmierung als reine Maschinensprache. Nerdig, kryptisch, exklusiv. Wer nicht jedes Bit verstand, hatte in dieser Welt wenig verloren. Grace Hopper fand das absurd. Sie stellte die Frage, die niemand zu stellen wagte: Warum sollten Computer nicht mit Worten arbeiten, die Menschen verstehen? Diese Idee führte zur Entwicklung eines der ersten Compiler. Ein Programm, das natürliche Sprache in maschinenlesbaren Code übersetzt. Ein Werkzeug, das den Weg für moderne Softwareentwicklung freimachte. Und aus dieser Denkweise entstand später COBOL – die Sprache, die bis heute dort läuft, wo Zuverlässigkeit entscheidend ist: in Banken, im Handel, in Behörden. Für Grace war das keine technische Fußnote, sondern ein gesellschaftlicher Auftrag: Technik müsse den Menschen dienen, nicht andersherum.
Eine Motte, ein Logbuch – und ein Begriff, der bleibt
Der berühmte „Bug“, der in ein Logbuch geklebt wurde, ist längst Teil der Popkultur. Grace erfand zwar nicht den Begriff, aber sie gab ihm Geschichte. Das kleine Insekt, das einen Rechner lahmlegte, wurde zum Sinnbild dafür, dass selbst größte Systeme an kleinen Dingen scheitern können. Debugging war damit nicht nur ein Fachbegriff, sondern eine Haltung: Genau hinschauen, bevor etwas aus dem Ruder läuft.

Foto: Generiert mit Google Gemini
Was wir heute von Grace Hopper lernen können
Grace Hopper war bekannt für ihre direkte Art. Für ihre klaren Worte. Für ihre unerschütterliche Überzeugung, dass Neugier wichtiger ist als Routine. Einer ihrer berühmtesten Sätze lautet: „Der gefährlichste Satz ist: Das haben wir immer so gemacht.“ Diese Haltung zog sich durch ihre gesamte Karriere. Sie hielt Vorträge, die Menschen ermutigten, Dinge zu hinterfragen. Sie zeigte Verbänden, Unternehmen und Universitäten, dass Vielfalt und neue Perspektiven notwendig sind, um echte Innovation zu schaffen. Und sie tat all das in einer Zeit, in der Frauen in technischen Berufen kaum sichtbar waren.
Women in Tech Night: Räume schaffen, in denen Perspektiven leuchten
Am 19. März 2026 findet wieder die Women in Tech Night in Wiesbaden statt. Ein Abend, an dem wir den Geist feiern, der Grace Hopper groß gemacht hat: Mut zur Frage, Offenheit für Neues und der Wille, Technologie menschlicher zu denken.
Talks, Workshops und persönliche Geschichten laden dazu ein, Erfahrungen zu teilen, Projekte sichtbar zu machen und Inspiration weiterzugeben – egal, ob aus Softwareentwicklung, Architektur, UX oder Forschung.
Der Call for Sessions ist geöffnet. Wenn du ein Thema hast, das andere weiterbringt, dann reiche deinen Vorschlag ein. Wir freuen uns auf Beiträge, die überraschen, begeistern oder einfach Türen öffnen.
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Der Call for Sessions ist geöffnet!
🗓️ Deadline: 4. Januar 2026 Du hast ein Thema, das bewegt? Ein Projekt, das inspiriert? Dann reiche jetzt deinen Vorschlag ein. Du möchtest dich einbringen und andere inspirieren? Dann bewirb dich als Speaker*in und gestalte die Agenda mit:
Warum Grace Hopper uns bis heute etwas zu sagen hat
Grace Hopper starb 1992, aber ihre Ideen wirken bis heute. In jeder Programmiersprache, die Menschen verstehen können. In jedem Team, das den Mut hat, alte Muster zu hinterfragen. Und in jeder Diskussion darüber, wie wir Technologie gestalten wollen.

Foto: https://commons.wikimedia.org/
Wir können ihr dafür danken, dass sie gezeigt hat, wie wirkungsvoll es sein kann, Umwege zuzulassen – und trotzdem eine ganze Branche in Bewegung zu setzen.