Nachdem Atlassian Server im Februar 2024 eingestellt wurde, hat Atlassian nun die letzte Linie gezogen: Data Center wird am 28. März 2029 das End of Life erreichen. Data-Center-Kunden, die weiterhin Atlassian-Produkte verwenden möchten, müssen in den nächsten knapp drei Jahren auf die Cloud umsteigen. Wenn Sie Jira, Confluence oder andere Atlassian-Tools in Data-Center-Versionen betreiben, ist das allerdings nicht nur eine Frist, sondern eine echte Gelegenheit, die Art und Weise, wie Ihre Organisation mit Atlassian-Software und den zugehörigen Apps arbeitet, zu modernisieren.
Die Timeline auf einen Blick
Ein wichtiges Detail: Wer bereits vor dem 30. März 2026 kostenpflichtige DC-Seats besessen hat, kann bis 2028 weiterhin neue Marketplace-Apps kaufen. Die Einschränkung ab 2026 gilt nur für Organisationen, die noch nie Data Center genutzt haben.
Welche Produkte sind betroffen?
Das End of Life umfasst alle wichtigen Data-Center-Produkte: Jira Software, Jira Service Management, Confluence, Bamboo, Crowd und alle zugehörigen Marketplace-Apps.
Ausnahmen:
- Bitbucket Data Center erhält ab Mitte 2026 eine Hybrid-Lizenz (DC + Cloud unter einer Lizenz). Kein klassisches EOL.
- Jira Align Data Center folgt einem eigenen Zeitplan.
Warum sich die Cloud wirklich lohnt
Es ist verlockend, das EOL als Zwang durch Atlassian zu betrachten. Doch wenn Sie sich ansehen, was die Cloud heute bietet, ist die Migration mehr als eine Compliance-Übung. Sie ist ein Upgrade.
Infrastruktur, die Sie nicht mehr verwalten müssen: Kein Patchen von Betriebssystemen, kein Verwalten von Datenbank-Backups, kein Skalieren von Clustern und keine Planung von Wartungsfenstern mehr. Atlassian übernimmt Verfügbarkeit, Performance und Sicherheits-Updates. Ihre Teams können sich auf die produktive Arbeit konzentrieren.
KI inklusive: Atlassian Intelligence ist ausschließlich in der Cloud verfügbar. Confluence-Seiten zusammenfassen, Jira-Beschreibungen generieren, KI-gestützte Suche über den gesamten Workspace hinweg – diese Funktionen sind nur in der Cloud vorhanden. Rovo-KI-Agenten können sogar benutzerdefinierte Aktionen über Forge-Apps auslösen.
Schnellere Innovation: Cloud-Kunden erhalten neue Funktionen, während Data Center sich seit März 2026 im Feature-Freeze befindet. Jede Verbesserung an Jira, Confluence und JSM ist ab sofort exklusiv in der Cloud verfügbar.
Bessere Sicherheitslage: Cloud-Apps mit dem Badge “Runs on Atlassian” werden vollständig innerhalb der Atlassian-Infrastruktur betrieben und ausgeführt – ohne Drittanbieter-Server, ohne Daten, die die Atlassian-Umgebung verlassen. In Kombination mit Data-Residency-Kontrollen und Optionen wie Atlassian Government Cloud und Isolated Cloud ist die Sicherheitssituation stärker, als die meisten Organisationen sie mit On-Premise-Lösungen erreichen könnten.
Echtzeit-Kollaboration: Funktionen wie Live-Editing in Confluence, produktübergreifende Smart Links und der Teamwork Graph machen die Zusammenarbeit auf eine Weise nahtlos, die Data Center nicht bieten kann.
Was passiert mit Ihren Data-Center-Apps?
Hier wird es konkret:
Das Fazit: Jede Data-Center-App, auf die Sie angewiesen sind, benötigt ein Cloud-Äquivalent. Und in der Atlassian Cloud trägt die Zukunft der Apps den Namen Forge.
Der doppelte Wechsel: Plattform und App-Technologie
Über die Abkündigung der alten App-Entwicklungsplattform Atlassian Connect und den richtigen Zeitpunkt für den Wechsel von Connect zu Forge haben wir ausführlich geschrieben. Das Data-Center-EOL fügt eine weitere Ebene hinzu.
Viele Enterprise-Kunden waren 2024 als Übergangslösung von Server zu Data Center gewechselt. Da Data Center nun selbst ein Ablaufdatum hat, ist die Cloud der einzig verbleibende Weg. Und in der Cloud verschiebt sich auch die App-Landschaft:
- Connect wird abgekündigt (End of Support Q4 2026).
- Forge ist der Standard für neue Atlassian-Cloud-Apps.
- Apps, die auf Forge laufen, werden innerhalb der Atlassian-Infrastruktur ausgeführt und bieten dadurch mehr Sicherheit, eine bessere Compliance und Data Residency.
Für Organisationen, die von DC migrieren, bedeutet das: Plattform- und App-Schicht wechseln gleichzeitig. Die gute Nachricht: Wer sich jetzt um beides kümmert, muss den Übergang nur einmal durchlaufen.
Individuelle Data-Center-Apps? Forge ist Ihr Ersatz!
Viele Data-Center-Kunden betreiben spezialisierte eigene Apps: Workflow-Post-Functions, benutzerdefinierte Jira-Panels, interne Dashboards, proprietäre Integrationen mit ERP-Systemen oder Identity Providern. Diese Lösungen sind oft besonders geschäftskritisch – und am schwierigsten zu migrieren.
Die gute Nachricht: Forge kann praktisch alle genannten Use Cases ersetzen. Forge ist eine serverlose App-Plattform, die direkt in der Atlassian-Cloud-Infrastruktur läuft. Und die Möglichkeiten für Apps sind vielfältig:
- Benutzerdefinierte Jira-Workflow-Regeln, -Validatoren und -Bedingungen
- Confluence-Makros und Seitenerweiterungen
- Integrationen mit externen Systemen (SAP, ServiceNow, Legacy-APIs)
- Benutzerdefinierte Dashboards und Admin-Panels
- Automatisierungs-Trigger und geplante Jobs
Anders als beim alten Plugin-Modell sind Forge-Apps einfacher zu warten, skalieren automatisch und profitieren von Atlassians Infrastruktur für Sicherheit und Verfügbarkeit. Sie müssen keine eigenen Server betreiben, keine Java-Abhängigkeiten aktualisieren und keine Ausfallzeiten bei Upgrades planen.
Wenn Ihr Team vor Jahren individuelle Apps für Data Center entwickelt hat, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, diese zu evaluieren. Manche können durch bestehende Marketplace-Apps ersetzt werden. Andere sind organisationsspezifisch und müssen auf Forge neu gebaut werden. In beiden Fällen gibt Ihnen ein früher Start die Zeit, es richtig zu machen, statt kurz vor der Deadline unter Druck zu geraten.
Wir entwickeln Custom-Forge-Apps für genau diese Szenarien. Ob es um die Migration eines komplexen Workflows, den Neuaufbau einer proprietären Confluence-Integration oder um etwas völlig Neues geht – unsere Entwicklungsteams haben solche Projekte branchenübergreifend und in unterschiedlichen Größenordnungen umgesetzt.
Was Sie jetzt tun sollten
1. Ihr App-Portfolio prüfen: Auf welche DC-Apps sind Sie angewiesen? Gibt es Cloud-Äquivalente? Laufen diese auf Forge oder noch auf Connect? Ein nützlicher Tipp: Unser Tracker auf forge-apps.com zeigt den Migrationsstatus jeder Marketplace-App.
2. Ihre Anbieter prüfen: Investieren sie in Forge? Eine App, die heute noch auf Connect läuft, sieht sich Ende 2026 mit ihrer eigenen Abkündigung konfrontiert. Sie wollen Apps, die zukunftssicher sind.
3. Custom Plugins inventarisieren: Individuelle Scripte, Post-Functions, proprietäre Integrationen – erstellen Sie eine Liste, bewerten Sie die Kritikalität und entscheiden Sie, ob ein Forge-Neuaufbau nötig ist oder eine Marketplace-App als Ersatz ausreicht.
4. Atlassians Anreize nutzen: Das Ascend-Programm bietet 10 bis 20 Prozent Rabatt auf Cloud Enterprise (bei Kauf bis Juni 2027), Dual Licensing für den parallelen DC- und Cloud-Betrieb und das FastShift-Programm für Migrationen in zwei bis sechs statt zwölf bis 16 Monaten.
5. Früh anfangen: Organisationen, die jetzt mit der Migration beginnen, können das Projekt sorgfältig angehen. Wer bis 2028 wartet, steht unter Zeitdruck mit weniger Optionen.
Das große Bild
Mit dem Ende von Server und dem laufenden Countdown für Data Center schließt Atlassian seine Cloud-Transformation ab. Das ist nicht nur eine Lizenzänderung. Es ist ein Wandel hin zu einer schnelleren, sichereren und KI-gestützten Arbeitsweise mit Atlassian-Tools.
Organisationen, die früh wechseln, profitieren von Cloud-exklusiven Funktionen, besserer App-Sicherheit und einer modernen Erweiterungsplattform in Form von Forge. Wer diesen Wandel als Chance statt als Pflicht begreift, wird gestärkt daraus hervorgehen.
Benötigen Sie Unterstützung bei Ihrer Migration oder bei der Entwicklung von Custom-Forge-Apps? Unsere Atlassian-Experten bei Seibert haben Dutzende von Enterprise-Kunden durch Plattformwechsel und den Neuaufbau von Custom Apps begleitet. Kontaktieren Sie uns per E-Mail oder vereinbaren Sie einen Termin mit uns.